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Buch 2
Geschichte

Das Recht zur Führung eines Wappens wurde der Ortsgemeinde Sargenroth am 9. Sept. 1976 durch die Bezirksregierung in Koblenz erteilt.

1920

Beschreibung:

Schild durch goldene linke Schrägleiste geteilt; oben in Schwarz schreitender, goldener Löwe, unten goldener Balken in Schwarz.

Erklärung:

Sargenroth lag in der Probstei Ravengiersburg. Der goldene Löwe im schwarzen Feld weist auf die Vögte und Landesherren, die Herzöge von Simmern und die Pfalzgrafen bei Rhein. Herzog Georg von Simmern säkularisierte das Kloster. Die Schultheißerei Ravengiersburg-Sargenroth führt seit dem 18. Jahrhundert den Löwen im Siegen. (Landeshauptarchiv Koblenz Abt. 4 Nr. 2445 und Nr. 3499). Der goldene Balken in Schwarz ist das Wappen des Freiherrn von Wiltberg, die Gemeiner und Besitzer der Wildburg im Soonwald (Gemarkung Sargenroth) waren. Sie verkauften 1486 ihren letzten Besitz an Pfalzgraf Johann I. von Simmern.

Das Dorf Sargenroth

Die Namensendung -roth bezeichnet die Stelle einer Rodung zum Zwecke der Flurerweiterung oder Siedlung. Der Ortsname Sargenroth kommt in dieser Form in Deutschland nicht mehr vor.

Der Ortsname kommt in Urkunden und Akten in folgender Schreibform  vor: 1276? Sargenrucke, 1346 Sarchinreid, 1442 Sarchenrat, 1464 Sarchenraidt, 1543 Sarchenrat, 1600 Sarchertt, 1608 Sarchrot, 1693 Sarchenrath, 1706 Sargenroth (seit dieser Zeit meist mit g). Das Grundwort ist das althochdeutsche “rod”, das Mittelhochdeutsche “rot” = eine durch Rodung urbar gemachte Stelle, ein gerodetes Land. Das Bestimmungswort geht wohl auf den Personennamen Saricho zurück. Sargenroth wäre demnach das Rodungsland des Saricho.

Andere Deutungen des Namens geben Peter Meyer, Gemünden (HuAS Nachlaß Peter Meyer), F. Back (StAK 701/640, Nr. 10, Nachlaß F. Back, Bäche und Ortsnamen des Kreises Simmern), sowie Pfarrer Klingenheben der es als Schwesternrodung mit einem Nonnenkloster in Verbindung bringt (O. Klingenheben, Nunkirche, in: Glaube und Heimat, Birkenfeld 1938, Nr. 28, S. 224).

    Die ersten urkundlichen Erwähnungen des Dorfes

Am 18. Mai 1276 tritt Sargenroth urkundlich das erste Mal in das Licht der Geschichte, als Papst Innozens V. der Abtei Tholey seine Besitzungen bestätigt.  Zu den reichen Besitzungen um die Abtei selbst und zu Hermeskeil, Baumholder kamen Außenbesitzungen wie u. a. Sargenroth. In der Urkunde wurden “Ländereien in Dorf Sargenhrucha” dokumentiert.

Weitere urkundliche Nennungen sind in folgender Zeittafel aufgeführt:

27. Okt. 1346: Ritter Friedrich Valysen von Leyen trägt Erzbischof Balduin den Simmerner Zehnten zu Lehen auf, darunter Sarchenraid.

Ca. 1400: In den Simmerner Zehnten gehören u. a. auch Sarchenroth.

5. März 1550: Der Mainzer Erzbischof läßt die Pfarrei Sargenrot visitieren

1600: Die Beschreibung der Dörfer in der Probstei Ravengiersburg nennt Sarchert.

3. Juli 1728: Die Inspektorsakten nennen das Dorf Sarchenroth.

Ab 1750 setzt sich in den Kirchenbüchern die heutige Schreibweise durch.